Bachelor Komplementärfach

Im Wintersemester 2013/14 werden keine Studienanfänger für das Fach Sportwissenschaft aufgenommen!

Beschreibung des Komplementärfachangebots

Das Komplementärfachstudienangebot „Sportwissenschaft / Sozialer Wandel und Entwicklung im und durch Sport“ reagiert auf einen komplexen Veränderungsprozess und Strukturwandel des modernen Sports, der sich in vielfältigen Aspekten und Problemlagen artikuliert und mit Veränderungs- und Transformationsprozessen in der gesellschaftlichen Umwelt des Sports korrespondiert. Der Sport verkörpert sozialen Wandel wie er zugleich eine Reaktion auf ihn darstellt und eine funktionale Rolle in ihm übernimmt. Im Zuge dieses Transformationsprozesses hat sich in fundamentaler Weise die gesellschaftliche Bedeutung des modernen Sports verändert, so dass von einer kulturellen Aufwertung des Sports und einer Konvergenzbewegung von Sport und Gesellschaft gesprochen werden kann. Zugleich ist der Sport in modernen Gesellschaften zu einer Querschnittsnachfrage geworden, dessen Verpflichtungs- und Inklusionsforderung sich kaum noch jemand entziehen kann und dessen Heilsversprechen und Erregungspotenzialen sich kaum noch jemand entziehen will. Nicht zuletzt hat sich der moderne Sport aber im Zuge dieses sozialen Wandlungsprozesses von Beschränkungen einer allein der Jugendlichkeit und den jungen Erwachsenen vorbehaltenen Freizeitbeschäftigung emanzipiert. Sportliche Betätigungen stellen heute insofern einen integralen Bestandteil des gesamten Lebenszyklus’ dar und werden inzwischen entsprechend in allen Alterstufen von der frühen Kindheit bis ins hohe Alter nachgefragt bzw. umgekehrt an die Individuen zunehmend als Forderung und Heilsversprechen im Krisenszenario der Moderne herangetragen. Im Kosmos individueller Körperlichkeit zwischen der Ekstase des Sexuellen und den Mühen der Arbeit scheint der Sport somit seinen Platz in einer Ökonomie der lustvollen Verschwendung, der alltäglichen Körperhygiene, der ästhetischen Formung und der disziplinären Kontrolle des Körpers gefunden zu haben. Das Bachelor-Komplementärfachangebot  „Sportwissenschaft / Sozialer Wandel und Entwicklung im und durch Sport“ versucht, dabei auf die spezifischen körperthematischen Erkenntnismöglichkeiten des Sportiven abstellend, diesen Wandlungsprozess des modernen Sports auf der Ebene seiner gesellschaftlichen wie individuellen Folgen abzuschätzen, seine entwicklungsfördernden Potenziale herauszuarbeiten und diese in konzeptionelle Entwürfe altersspezifischer Praxis umzusetzen. Innerhalb des Komplementärfachangebots soll dieses Ziel über ein zweifaches Studienprofil (Wahlpflichtbereich I und II) erfolgen:

1.      Zum Einen wird unter dem Titel, „Sportentwicklung und sozialer Wandel“ ein eher theoretisches und forschungsorientiertes Ausbildungsangebot mit einem sozial- und kulturwissenschaftlichen Schwerpunkt zur Analyse der Bedeutung und Entwicklung des modernen Sports gleichsam als einer Form der Verkörperung von sozialem Wandel vorgelegt werden.

2.       Zum Anderen wird unter dem Titel, „Entwicklungsförderung durch Sport im Wandel der Lebensaltersstufen“ ein zweiter, eher praktisch und berufsorientierter Schwerpunkt vorgelegt werden, der das Thema Entwicklung und sozialer Wandel auf der Ebene biographischen Wandels im Sinne der Möglichkeit sportspezifischer Entwicklungsförderung in unterschiedlichen Altersstufen aufnimmt.

Auf diese  Weise wird ein Studienkonzept angeboten, in dem der Gegenstand „moderner Sport“ über das Thema „Sozialer Wandel und Entwicklung im und durch Sport“ sowohl hinsichtlich der gesellschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen von Wandel und Entwicklung im Sport als auch hinsichtlich seiner lebensgeschichtlichen Bedeutung als Wandel auf der Ebene individueller Erfahrung und Entwicklung durch Sport bearbeitet werden kann. Beide Studienprofile werden in der hier vorgestellten Komplementärfachvariante als alternative Wahlpflichtbereiche ab dem 3. Semester angeboten. Mit einer solchen Studienkonzeption schließt die Universität Bremen eine Ausbildungs- und Qualifizierungslücke innerhalb der bundesweiten sportwissenschaftlichen Ausbildungsangebote, die sowohl hinsichtlich einer kultur- und sozialwissenschaftlichen Ausrichtung als auch in Bezug auf die Thematik von Sport in verschiedenen Lebensaltern erkennbar ist. Mit dem Thema „Sozialer Wandel und Entwicklung im und durch Sport“ in der Variante der hier skizzierten Themenschwerpunkte wird darüber hinaus zugleich in hervorragender Weise die Interdisziplinarität des Faches zur Geltung gebracht, da deren Bearbeitung in Forschung und Lehre sowohl medizinische, trainings- und bewegungswissenschaftliche wie auch sozial- und kulturwissenschaftliche, pädagogische, historische und philosophische Kenntnisse erforderlich macht. Auf dem Hintergrund der Aufwertung lebenslangen Sporttreibens bis ins hohe Alter einerseits und dem der enormen Entwicklungsdynamik des modernen Sports andererseits haben die in diesem Studium wissenschaftlich ausgebildeten Experten hinsichtlich der genannten Ausbildungsschwerpunkte außerdem auf dem Arbeitsmarkt der Zukunft mit guten Chancen zu rechnen.

Studienvoraussetzungen

Neben den formalen Voraussetzungen (allgemeine oder fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung, z.B. Abitur oder Einstufungsprüfung) ist ein ärztliches Attest vorzulegen, in dem bestätigt wird, dass keine gesundheitlichen Bedenken gegen die Aufnahme eines Sportstudiums bestehen.

Empfohlene Fähigkeiten

Von den Studierenden wird die Bereitschaft erwartet, sich theoretisch und praktisch mit dem Gegenstand Sport und seiner modernen Entwicklungsdynamik wissenschaftlich auseinander zu setzen.

Tätigkeitsfelder

Der Studienabschluss qualifiziert für Berufe und Tätigkeiten z.B. in staatlichen und kommunalen Verwaltungen, in Planungsbüros, Vereinen und Verbänden, in der Gesundheitsförderung und Sportberatung sowie in Bereichen der Medien. Die Absolventen und Absolventinnen sollen Lehrtätigkeiten und Aufgaben der wissenschaftlichen Sachbearbeitung, der Referententätigkeit, der Projektbetreuung und Aufgaben in der Öffentlichkeitsarbeit, Moderation und Mediation im Bereich der Sportentwicklung und des Wandels des Sports allgemein sowie der Entwicklung alterspezifischer Sportangebote im Besonderen übernehmen können.

Studienaufbau und Studieninhalte

Stand: 01. Juli  2013 Autor: Dr. Bernhard Boschert